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Unter den Teppich kehren:
Ist Antisemitismus überhaupt ein Problem?

Antisemitismus ist zwar ein Problem der gesamten Gesellschaft, wahrgenommen wird er aber noch immer am ehesten von Juden.

Die Mehrheit reagiert, auch wenn es in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, dass antisemitische Stimmungen weit in die so genannte Mitte der Gesellschaft hinein reichen, noch immer fast reflexartig mit Wegschauen, Verschweigen, Verharmlosen.

Beispiele für den "Antisemitismus aus der Mitte" und das "Schweigen der Mehrheit":
Als Martin Walser in der Frankfurter Paulskirche seinen Unmut am "Holocaustgedenken" zum Ausdruck brachte, erntete er von der politischen und intellektuellen Elite der Republik standing Ovations, nur Ignatz und Ida Bubis blieben sitzen.
Beim Wiener Kommunalwahlkampf setzte die FPÖ, immerhin österreichische Regierungspartei, ganz gezielt auf antisemitische Stimmungen.
Auch Jürgen Möllemann (FDP) startete mit seinen Flugblättern im Bundestagswahlkampf 2002 ähnliches.
Auf die antisemitische Rede des CDU-MdB Hohmann wurde erst reagiert, nachdem haGalil onLine Ende Oktober 2003 darauf hingewiesen hatte, dass mittlerweile auch stundenlange antisemitische Tiraden auf öffentlichen Veranstaltungen einer demokratischen Volkspartei widerspruchslos hingenommen werden.
Auch auf die Tatsache, dass antisemitische Gewalttäter in Komplizenschaft mit der schweigenden Mehrheit heute - in aller Öffentlichkeit - wieder Existenzen ruinieren können, musste erst haGalil am Beispiel eines koscheren Lebensmittelgeschäfts hinweisen.
Dass solche Ereignisse ohne die ehrenamtliche Arbeit eines jüdischen Onlinedienstes gar nicht ins öffentliche Bewusstsein gelangt wären, macht das ganze Ausmaß von Gleichgültigkeit und Verdrängung deutlich.

Dass es notwendig und sinnvoll ist, relevante Informationen schnell und gezielt weiter zu vermitteln, zeigte sich auch im Falle einer neo-faschistischen Band aus Österreich, die sich ausgerechnet durch einen Auftritt in Tel Aviv ihre "unpolitische Harmlosigkeit" bescheinigen lassen wollte.

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