Gleichgültig? Unerfahren? Hilflos?
Antisemitismus und neue MedienÜber antisemitische Hetze in den mittlerweile nicht mehr
ganz so "neuen Medien" wurde im Laufe der letzten 10 Jahre viel geschrieben,
viel diskutiert, viel lamentiert. Viele Gründe wurden dafür angeführt, weshalb
man so wenig gegen diese Flut der Hetze unternehmen könne. Einige Vorschläge zur
Eindämmung wurden im Rahmen hochkarätig besetzter Konferenzen diskutiert und
verworfen, andere wurden weiter verfolgt und irgendwann ad acta gelegt, an
wieder anderen wird noch immer gefeilt. An die regelmäßigen Meldungen der
Staatsschutzorgane über immer bedrohlichere Zuwachsraten der sogenannten
"Hass-Seiten" und die zunehmende Hemmungslosigkeit der Hetzer, hat man sich
unterdessen gewöhnt.
Während der sogenannte "Aufstand der Anständigen" Zivilcourage und
zivilgesellschaftliches Engagement fördern wollte, finden in der Diskussion um
die zunehmende "Volksverhetzung" fast nur obrigkeitsstaatliche Maßnahmen Gehör.
Immer wieder werden "Patentlösungen", wie Filtersoftware, Positiv- und
Negativlisten, Auswahl-CDs, Kontrolle durch Providerfirmen etc. angepriesen. Dem
selben Ansatz entspringen auch Forderungen wie die nach dem "weltweiten
Wertekonsens", den die UNO durchsetzen soll. Vor dem 11.September konnte man
solche Vorschläge noch als "gut gemeint" belächeln, im Nachhinein sollte aber
klar sein, dass sich hier ein erschreckendes Unvermögen die technischen und
thematischen Realitäten wahrzunehmen dokumentiert.
Das Internet ist international. Die Hetze wird in allen Sprachen
weltweit verbreitet. Betrachten wir das Hauptthema der Hetze, die Juden und den
Staat Israel, dann hätte es auch schon vor der "zweiten Intifada" und dem
11.September klar sein müssen, dass hier kaum mit einem Konsens zu rechnen sein
dürfte. Dieser hätte ja festlegen und durchsetzen müssen, was über Juden und
Israel gesagt und verbreitet werden dürfte, und dies nicht nur am Bodensee,
sondern auch in Malaysia, in Durban, in Budapest oder Riad.
Diskussionen in diesem Bereich müssen deshalb weniger davon ausgehen, was
vielleicht wünschenswert wäre, als vielmehr davon, was überhaupt machbar ist.
Hier liegt mit haGalil onLine ein nachweislich und nachhaltig erfolgreiches und
vielfältig nutzbares Modell vor.
Der Erfolg dieses Modells liegt wohl mit darin begründet, dass
wir von Anfang
an nicht gegen etwas, sondern für etwas gearbeitet haben.
Um es in einem Satz zu sagen: "Wir haben weniger gegen die Lüge
gearbeitet als vielmehr für die Wahrheit". Wir waren nicht gegen die Einfalt,
sondern haben die Vielfalt mitgestaltet.
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